Wann beginnt die Auszahlung und wie lange läuft sie?
Die neuen Regeln sehen regelmäßig einen Beginn zwischen 65 und 70 Jahren vor; gesetzliche Ausnahmen können im Einzelfall relevant sein. Eine lebenslange Rente und ein Auszahlplan sind unterschiedliche Lösungen. Ein Auszahlplan muss den gesetzlichen Rahmen erfüllen und mindestens bis zum vorgesehenen Mindestalter reichen. Sein Ende ist trotzdem nicht automatisch Ihr Lebensende.
Bei einer Planung bis 85 muss beispielsweise geklärt sein, welches Einkommen Sie danach noch haben. Eine höhere monatliche Entnahme bei kürzerer Laufzeit löst diese Frage nicht. Deshalb lohnt sich auch ein zweites Szenario mit einem längeren Zeitraum. Ein Rentenfaktor eines noch nicht bekannten LVM Produkts darf für eine solche Umrechnung nicht erfunden werden.
Was die nachgelagerte Besteuerung bedeutet
Leistungen aus geförderten Beiträgen werden grundsätzlich in der Auszahlungsphase besteuert. Für nicht geförderte Beiträge können andere Regeln gelten. Eine pauschale Steuerannahme über das gesamte Vermögen vereinfacht diesen Unterschied. Sie kann eine Orientierung liefern, ersetzt aber keine Prüfung der tatsächlichen steuerlichen Zusammensetzung.
Ein möglicher Kapitalanteil zu Beginn der Auszahlung ist zudem nicht mit Steuerfreiheit gleichzusetzen. Ebenso gehören weitere Einkünfte im Ruhestand zur persönlichen Einordnung. Die Steuerbelastung kann niedriger oder höher als im Modell sein. Prüfen Sie daher, wie stark Ihr Ergebnis auf veränderte Annahmen reagiert.
Kaufkraft macht zukünftige Euro vergleichbarer
Wenn ein Preisniveau über 20 Jahre jährlich um 2 % steigt, entsprechen 100.000 € am Ende ungefähr 67.297 € in heutigem Geld. Die Rechnung lautet 100.000 geteilt durch 1,02 hoch 20. Das ist eine mathematische Illustration mit angenommener Inflation, keine Vorhersage der tatsächlichen Preisentwicklung.
Für Ihre Planung kann eine monatliche Auszahlung in heutiger Kaufkraft deshalb hilfreicher sein als eine große zukünftige Zahl. Sie sollten aber erkennen können, ob die Inflation nur zur Darstellung des heutigen Werts verwendet wird oder auch eine später steigende Auszahlung modelliert wird. Das sind zwei verschiedene Annahmen.
Eine tragfähige Auszahlungsplanung testen
Wählen Sie zuerst einen Beginn und eine Dauer, die zu Ihren übrigen Ansprüchen passen. Ergänzen Sie Rendite und Kosten während der Entnahmephase. Ein Kursverlust kurz vor oder zu Beginn der Auszahlung kann anders wirken als derselbe Verlust weit früher. Die Reihenfolge der Renditen ist bei laufenden Entnahmen besonders wichtig.
Die Beratungsübersicht sollte die geplante Dauer, Steuerannahme, Kaufkraft und die verbleibende Versorgung nach Ablauf des Plans enthalten. Erst danach wird aus einer Kapitalzahl eine einzuordnende Vorsorgeidee. Für eine verbindliche Entscheidung benötigen Sie die bestätigten Auszahlungsbedingungen des tatsächlich angebotenen Produkts.